Aktueller Trend: Neuro Doping

Aktueller Trend: Neuro Doping

Ein neuer Begriff geistert durch die Medien: das Neurodoping. Dabei geht es um die Steigerung der Denk- und Konzentrationsfähigkeit durch die Einnahme von bestimmten Medikamenten. Neurodoping soll gegen Ermüdungserscheinungen und Unkonzentriertheit helfen und so bessere Leistungen im Studium oder am Arbeitsplatz ermöglichen. Aber funktioniert das wirklich so einfach? Kann uns die Einnahme einer Wunderpille tatsächlich leistungsbereiter oder sogar intelligenter machen? Und hat das Ganze nicht irgendwo einen Haken?

neurodopingNeuro Doping zur geistigen Leistungssteigerung

Manager, Studenten und Wissenschaftler gehören zu dem Personenkreis, der am stärksten unter Leistungsdruck steht. Deshalb hat sich das Neurodoping auch am meisten in diesen Kreisen durchgesetzt. In Wissenschaftlerkreisen ist Neurodoping mittels Methylphenidat (MPH) populär. MPH ist eine Amphetamin-ähnliche Substanz, die unter anderem in dem Medikament Ritalin enthalten ist, das zur Behandlung von Hyperaktivitätsstörungen eingesetzt wird. Methylphenidat ist eine Substanz, die unter das Betäubungsmittelgesetz fällt und deren Gebrauch ohne ärztliche Verschreibung strafbar ist. Manager und Studenten greifen gern zu Modafilin, um ihr Gehirn „auf Hochtouren zu bringen“. Der Wachmacher Modafilin wird gegen Narkolepsie verschrieben. Von Narkolepsie betroffene Personen haben plötzliche Schlafattacken, gegen die sie sich nicht wehren können. Wenn Modafilin zum Neurodoping eingesetzt wird, bewirkt es eine vorübergehende Steigerung der Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit.

Das „Kleingedruckte“ beim Neuro Doping

Sowohl Methylphenidat als auch Modafilin sind psychoaktive Substanzen, die ein hohes Suchtrisiko in sich tragen. Personen, die sich daran gewöhnt haben, Belastungssituationen mittels Neurodoping zu überstehen, bekommen das Gefühl, dass sie ohne „ihre Pille“ keine Leistung mehr erbringen können. Abgesehen von dem Risiko psychischer Abhängigkeit können diese Substanzen auch schwere Nebenwirkungen hervorrufen. Auf psychischer Ebene kann Neurodoping zu Größenwahn, neurotischem Verhalten und Angstzuständen führen. Auf körperlicher Ebene besteht das Risiko von Atembeschwerden, Bluthochdruck und Herzrasen.

Abgesehen davon machen psychoaktive Substanzen nicht intelligenter. Lernen bleibt auch mit „Wunderpille“ weiterhin anstrengend. Auch die Lösung komplexer Probleme wird dadurch nicht einfacher. Wenn man den Nutzen und die Risiken von Neurodoping gegeneinander abwägt, gibt es kaum einen Grund für die illegale Einnahme dieser Medikamente. Offensichtlich ist die optimale „Wunderpille“ doch noch nicht erfunden worden.